I.J. Melodia

Eine Veranstaltung von „Grenzgänger“ im „KeinVerlag“ – das klang so fremd, dass ich neugierig wurde und nach Waldkirch gefahren bin. Zum ersten Mal war ich „kleiner Schreiberling“ unter „Profis der Poesie“. So fühlte ich mich jedenfalls. Und dort hörte ich unter anderen auch I.J. Melodia zu. Es gefiel mir, was er sagte und auch – wie er es sagte. Wir verloren uns aus den Augen.

Auf der Suche nach jungen Leuten 😉 für die Poetenstube fiel er mir wieder ein. Ich erinnerte mich genau an meinen damaligen Eindruck: „Dieser junge Mann probiert besonders hartnäckig, anders zu sein als die anderen – nicht besser, sondern anders – genau wie du selbst!“

Klar, dass ich ihn fragen musste, ob er im „Café Poetenstube“ mitmacht. Wie ihr seht, hat er zugesagt!
<JZ>

Was I.J. Melodia über sich sagt:
.

La vita è il pensiero del tempo…

Das Lichtflirren der Heliaden,

tra un vortice d‘ambra .

       Silben im Calycanthus,
              Schauplatz der Lyrik;

                 feines Stochern in Metaphern:
              non saranno perse per il futuro.

       Verse in Hyazinthen-

Tu m’elevasti

Manchmal reicht ein Wort um zu schreiben.

La morte è il sospiro del tempo…

Salzwasser

An salzigen Tagen
brandet das Meer an mein Fenster
Die Nächte schmecken dann ölig
nach Tran und Tang

Das Wogen der Gezeiten
fließt mir durch Mund wie Augen
Bildet ein Riff aus Korallen
um Knochen und Atem
schwarz wie die Tiefsee

Mit Kalkschalen in den Händen
Sand zwischen den Adern
und Fjorden im Herzen
treibe ich durch Jahreszeiten
den Blick zum Horizont gerichtet

An salzigen Tagen
bin ich durstiger denn je

Verzeihen

Zwischen Zunge
und meinem Herz
grabe ich nach Worten
Lege sie uns dann
auf feuchte Augen
und hauchdünn unter
Haut und Seele

Zikadenhaut

Ich fühle mich nicht mehr –
im Wasser verwurzelt

Mit meinen Händen grabe ich
nach der Ader
nach dem Harz deiner Rinde

Lege ab, deine alte Zikadenhaut
werde Morgentau, mein Atem
Von der Laichzeit
bis zum Schneetreiben


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